Grundlagen

Liebe Naturfreunde,

Sammle und iss nie Beeren oder Pflanzen, die du nicht mit allen Bestandteilen eindeutig identifizieren kann.

Beginne mit einfach erkenntlichen Pflanzen, Beeren oder Pilzen, wie vielleicht der Brennnessel, Spitzwegerich, Krause Glucke, Walderdbeeren...

Der Phyto Kitchen Blog ersetzt kein Bestimmungsbuch zur sicheren Artenkenntnis. Für das nötige Wissen gibt es gute Literatur, die Pflanzen und Pilze anhand eindeutiger Eigenschaften richtig zu bestimmen – und Arten, bei denen eine Verwechslungsgefahr besteht, unbekömmliche oder gar giftige zu meiden. Vielerorts gibt es Vorträge von Wildkräuterexperten, Exkursionen zum Bestimmen und Treffen an denen man sich erkundigen und beraten lassen kann.  Auf der Friends / News / About - Seite  oder unter www.myko-kitchen.de sind einige Tipps für euch!

Einige Gewächse oder Pilze besitzen gefährliche Doppelgänger, deren Verzehr schnell in der Notaufnahme enden könnte. Deshalb sollte man sich im Vorfeld mit dem Thema befasst haben, denn gerade bei Wildpflanzen, Wildfrüchten und Pilzen kann man schnell einen großen Fehler machen.
Deshalb sollten ihr gut hinschauen und nur essen, wenn ihr euch wirklich sicher seit und gut bestimmt habt.
Wenn beim Bestimmen einer Pflanze immer noch Unsicherheit besteht, beobachte sie über einen längeren Zeitraum und über die verschiedenen Jahreszeiten hinweg. Auch das fotografieren oder Abzeichnen von Pflanzen/bzw.Pilzen prägt das Gedächtnis.

Die Suche nach Essbarem im Wald bereitet viel Freude, die frische Luft und Bewegung im Grünen lassen außerdem unsere Seele entspannen. Da die in der Waldluft enthaltenen Stoffe, auch die Terpene der Bäume, schützen uns vor vielen Krankheiten und bauen Stress ab.

Auch das Wissen über Standort und Zeitpunkt für die Ernte spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Das Sammeln von Pflanzen und Pilzen sollte nicht an viel befahrenen Straßen, Wegen oder Schuttplätzen, der oft mit Feinstaub , Reifenabrieb oder Bauabfällen belastet ist erfolgen.
In der Nachbarschaft konventionell bewirtschafteter Felder können Pflanzen zudem mit Spritz- und Düngemitteln verunreinigt sein.

Wer Tiere beobachtet wird feststellen, das Sie meist die zarten Knospen ernten.
Wir sollten auch immer die frischen Pflanzenteile ernten. Dabei werden die jungen Blätter und andere Pflanzenteile, wie Blütenknospen noch in den frühen Morgenstunden geschnitten, so enthalten sie noch ihr volles Aroma. Ernten Sie jedoch nur kleine Mengen, welche Sie selbst auch verbrauchen können. Ernte nicht eine Stelle komplett ab!
Auf diese Weise schützen Sie die natürlichen Ressourcen und tragen dazu bei, dass die Pflanze auch im Folgejahr am gleichen Standort wächst.

Inhaltsstoffe,

wiebei allen Nahrungsmittel, sollte täglich gewechselt werden und nicht ständig große Mengen von einer Sorte zu sich nehmen. Und auch bei essbaren Wildpflanzen können individuell Unverträglichkeiten und Allergien auftreten.
Hier soll aber die Hauptsache der vielfältigen Verwendung und Bereicherung in der Küche die uns die Natur zur Verfügung stellt, als ein zusätzliches Geschenk, im Vordergrund stehen.

Vielseitige Ernährung ist die Basis für ein aktives, glückliches Leben.

Die Abwechslung schafft ein gesundes wohlbefinden und Antioxidantien der Pflanzen bieten uns Schutz vor freien Radikalen.
Die natürlichen Lebensmittel können unser Immunsystem stärken, fehlende Vitalstoffe in unserem Körper ergänzen und Energie schenken, und unsere Stimmung positiv beeinflussen. Besonders die Naturbelassenheit und Frische der Lebensmittel ist das entscheidende Kriterium für Genuss, Sättigung und Gesundheit.

Insgesamt ist unser moderner Ernährungsstil weit entfernt, von der ursprünglichen Ernährungsform unserer Vorfahren oder den heutigen Naturvölker.
Deren Mikrobiom viel Artenreicher ist als das von uns industriealisierten Menschen.
Die ersten Menschen haben sich seit Jahrmillionen ausschließlich von Wildpflanzen, Pilzen und Tieren aus der Natur ernährt. Erst als sie sesshaft wurden, hat man begonnen die Nahrung zu domestizieren. Sämtliche Kulturpflanzen, die heute gezüchtet, geerntet und verkauft werden, haben ihren Ursprung in Wildpflanzen. Die wiederum immer mehr zurückgedrängt werden und als Unkraut vernichtet werden. Bei der Kultivierung wird meist auf Ertrag geachtet, und dabei werden Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Dabei bleiben oft gesunde Inhaltsstoffe, wie Bitterstoffe auf der Strecke.
So überrascht es nicht, dass viele Wildpflanzen weit mehr Vitamine, Mineralstoffe und andere Pflanzenstoffe bieten als Kulturpflanzen.

Um diese negativen Ernährungsgewohnheiten zu durchbrechen. Ist es sinnvoll, sich auf unsere Wurzeln zu besinnen, wieder verstärkt an der Natur zu orientieren und mehr auf unseren eigenen Körper zu hören.

„Der wichtigste Teil unserer Ernährung für den Darm sind die Ballaststoffe. Reduzieren wir Sie, verhungern wir die Bakterien die unsere Ballaststoffe abbauen können und somit verarmt unser Mikrobiom“ laut Joel Doré INRA.
Wenn wir Ballaststoffe zu uns nehmen, die vor allem in pflanzlichen Produkten stecken, Belohnen uns bestimmte Bakterien mit kurzkettige Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken können.

Zahllose Pflanzenarten bieten das ganze Jahr über fast alles, was der menschliche Organismus braucht – Nahrung, Heilung sowie viele außergewöhnliche Anwendungen.
Eine natürliche und damit auch nachhaltige Ernährung ist weder kompliziert noch mit Entbehrungen oder Verboten verbunden. Vielmehr geht es darum, den großen Reichtum an natürlichen Zutaten, die uns die Natur bietet, zu integrieren: wie der Reichtum der Wildkräuter an Blüten, Knospen, Blätter, Wurzel, Samen, Beeren, Nüsse und Pilze.

Dr. Anne Katharina Zoschke (Buch S.332)empfiehlt Gemüse so frisch wie möglich zu verwerten.
Eine aufgeschnittene Tomate verliert jede Stunde 50 Prozent ihres Lykopingehalt, gewaschene Salate und zerkleinerte Gemüse durch Kontakt mit Luft und Licht jede Stunde 30 Prozent ihres Vitamingehalts.
Sind Esswaren als Fertigprodukte hergestellt, Befinden sich darin Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Emulgatoren, Konservierungs- und Geschmacksstoffe, die unsere Bakterien belasten oder sogar vernichten.

Diese feinen Leckerbissen, schlagen nicht nur in Frische und Regionalität die Supermarktwaren, sie bescheren uns besondre Aromen, Genuss und liefern Energie, eine Wohltat für den ganzen Körper.
Zusätzlich kommen sie ganz ohne Verpackungsmüll aus, wachsen aus eigener Kraft und sind nicht mit Dünger belastet. Ausserdem eine Entlastung für den Geldbeutel.

Was das Sammeln betrifft:

Als Sammelbehälter eignen sich Körbe, Stoff,- und Papierbeutel und Siebe. Auch saubere recycelte Tüten von Lebensmitteln können benutzt werden.
Bei Plastiktüten ist zu beachten, dass Kräuter bei warmer Witterung darin schnell schwitzen können, was die Frische beeinträchtigen kann.
Beim Sammeln ist es für manche Pflanzen sinnvoll, eine Schere oder ein Messer zu benutzen, um die Pflanze nicht unnötig zu beschädigen.
Wurzeln solltest du immer erst nach der Vegetationsperiode der jeweiligen Pflanze mit einem Spaten oder Löwenzahn-Stechspatel sammeln. Siehe auch die Hinweise in den Pflanzenporträts.

Beachte, dass Pflanzen im Winter nicht nur schwerer zu erkennen und zu bestimmen sind, weil Blüten und andere charakteristische Merkmale fehlen.

Die meisten Kräuter sind am Morgen geschmacklich am besten. Wenn der Morgentau bereits getrocknet ist, sind sie noch knackig und frisch.
Kräuter zum Trocknen, sollten bereits beim Sammeln so trocken wie möglich sein.

 

Die Natur als Ganzes ist nicht nur kostbar sondern schützenswert

Früher hatten die Menschen einen sehr engen Kontakt zu der Natur und die daraus gefundene und gewonnen Nahrung. Mittlerweile ist für viele Menschen die Natur leider nur mehr eine Kulisse für Freizeit. In jedem Land, gibt es eigene Regeln, was das Sammeln betrifft. Bitte informiert euch entsprechend. In Deutschland gilt eine Faustregel,

die Blumenstraußregel:

Wild wachsenden Pflanzen Blüten, Zweige oder Blätter in Mengen, die nicht über einen Handstrauß hinausgehen, darf man aus der Natur entnehmen und sich wild wachsende Waldfrüchte (Pilze, Beeren, Tee- und Heilkräuter, Nüsse) in ortsüblichem Umfang aneignen (§ 39 Abs. 3 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).

Und solange man nur geringe Mengen für den Eigenbedarf erntet ist das Pflücken wildlebender Pflanzen an öffentlichen Orten/Gebieten erlaubt.

Verboten ist dies aber in Naturschutzgebieten, auf landwirtschaftlich genutzten Flächen während der Nutzzeit, in gesperrten Forstkulturen oder Forstpflanzgärten, die nicht betreten werden dürfen und bei besonders geschützten Arten.

Achte auf gesunde, frische und saubere Pflanzen, manchmal haben Sie einen Schimmelpilzbefall.

Befallene Pflanzen ( Mädesüss mit Schimmel!) wie auf dem Foto, bleiben im Wald!

Fuchsbandwurm

Manch einer schreckt allerdings aus einem anderen Grund vor dem Sammeln zurück: wegen der Sorge, mit den Pflanzen oder Beeren womöglich Krankheitserreger aufzunehmen.
Am häufigsten wird dabei der Kleine Fuchsbandwurm genannt, ein wenige Millimeter langer Parasit, der im fortpflanzungsfähigen Stadium zwar meist in Füchsen lebt, aber über das versehentliche Schlucken oder Einatmen infektiöser Eier auch auf den Menschen übertragen werden kann und dann oft schwere Organschäden verursacht.
Wer bodennah wachsende Pflanzen und Beeren sammelt, könnte demnach theoretisch Wurmeier aufnehmen, die an ihnen haften. Aus medizinischen Studien und Statistiken geht allerdings hervor, dass die Möglichkeit einer Infektion über die Nahrung bisher nicht eindeutig bewiesen werden konnte. Meistens werden Menschen, die in der Landwirtschaft bzw. Forstwirtschaft arbeiten infiziert.
Wer ganz sicher gehen will, wäscht die geernteten Pflanzenteile vor der Verarbeitung gründlich ab oder erhitzt sie. Dabei aber bitte kein Spülmittel verwenden!
Alle Infos findet ihr  unter Dr. Robert Koch Institut!

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